Cebit 2010: Design-Rechner Iloux feiert Premiere - in Gold

Leuchtröhre in der MItte von einem vier-Ring-Design. Im Dunkeln soll das Licht auch oben und unten aus dem Gehäuse fließen.

Letztes Jahr Prototyp, dieses Jahr verkaufsfertig: Michael Krummradt präsentiert auf der Cebit seinen Design-Rechner Iloux. Gesucht: Distributoren – gern als Linux-Dienstleister .

Rund 2000 Euro kostet die kostengünstigste Ausführung des Iloux aus eloxiertem und geschliffenen Aluminium – wohlgemerkt nur das Gehäuse. Für etwa 5000 Euro erhält der Anspruchsvolle das runde Gehäuse mit abgeschnittenem Rücken auch in 24-karätigem Gold: Ein Alu-Gehäuse wird dazu in ein Goldbad getaucht. Dazu kommen die eigentlichen Rechnerkomponenten.

Der Design-Rechner Iloux ist derzeit als Komplettsystem für Multimedia- und Gamer-Anwender erhältlich, sowie in der Hardware-Ausstattung selbst konfigurierbar. Der Hersteller installiert auf Wunsch auch Linux. Auf dem Multimedia-System hat er das testweise bereits einmal getan. Iloux-Ideengeber und Firmengründer Michael Krummradt konnte Linux-Magazin Online aber nicht sagen, welches Linux: Von Hause aus kennt er sich nicht aus.

Leuchtröhre in der MItte von einem vier-Ring-Design. Im Dunkeln soll das Licht auch oben und unten aus dem Gehäuse fließen.

Leuchtröhre in der MItte von einem vier-Ring-Design. Im Dunkeln soll das Licht auch oben und unten aus dem Gehäuse fließen.

Der Iloux-Hersteller zeigte sich gegenüber Linux-Magazin Online offen für die Idee, dass Händler nur das Gehäuse beziehen, um Linux-kompatible Hardware sowie Betriebssystem in Eigenregie hinzuzufügen. “Wir sind für alles offen”, betonen Michael Krummradt und sein Bruder Sven, der die ersten Verkaufs-Plattformen für Iloux betreut (deluxe-pc.com).

Das Goldgehäuse, hier mit abgenommenem Deckel, auf dem ein Lüftungsring und ein Sichtbullauge zu erkennen sind. Die Rechner-Komponenten sind weitgehend optional.

Das Goldgehäuse, hier mit abgenommenem Deckel, auf dem ein Lüftungsring und ein Sichtbullauge zu erkennen sind. Die Rechner-Komponenten sind weitgehend optional.

Auf Deluxe-pc.com nutzen Linux-Interessenten das Textfeld am Ende der Bestellung, um ihren Wunsch anzugeben. Alternativ – auch mit anderen Sonderwünschen – wenden sie sich direkt an die Iloux GmbH: Das Hannoveraner Familienunternehmen gibt sich sehr zugänglich.

Standardmäßig sind alle Schnittstellen hinten ausgeführt. Welche es gibt, hängt von der variablen Hardware-Ausstattung ab.

Standardmäßig sind alle Schnittstellen hinten ausgeführt. Welche es gibt, hängt von der variablen Hardware-Ausstattung ab.

Iloux’ Geschichte begann vor drei Jahren. Michael Krummradt, der im die Iloux GmbH im Februar 2009 gründete und eigentlich technischer Zeichner ist, war damals auf der Suche nach einem runden Computergehäuse. Er fand nichts Passendes. Also entwarf er es selbst. Dass sich der Prozess so lange hingezogen hat liegt dartan, dass es immer wieder Probleme bei der Suche nach Fertigungspartnern gab: “Erst hieß es immer, ja klar, machen wir”, berichtet Sven Krummradt, Bruder des Gründers und erster Iloux-Händler. “Als wir dann die Konstruktionsskizzen schickten, hieß es: Nein, das geht nicht.”

Einige Schnittstellen wandern auf Wunsch an die erreichbare Vorderseite.

Einige Schnittstellen wandern auf Wunsch an die erreichbare Vorderseite.

Ein Grund war, dass die Kosten wegen der runden Form oder des gewünschten Materials explodierten: Das Gehäuse, so der ursprüngliche Wunsch des Ideenhabers, sollte aus einem Guss sein. Auf Industriemessen erfuhr Michael Krummradt, dass eine solche Gießform etwa 150.000 Euro kosten würde. Es musste also anders gehen, und der Niedersache legte die ein-Guss-Idee ad acta. Schließlich ließ er sich sein Gehäuse bauen, und zwar ursprünglich nur für sich selbst. Erst ein Freund brachte ihn auf die Idee: Bring das doch auf den Markt. So entstand der erste Prototyp im Frühjahr 2009.

Der technische Zeichner Michael Krummradt aus Hannover, Ideengeber und Firmengründer des Iloux, im Kreis seiner preisgekrönten Design-PCs.

Der technische Zeichner Michael Krummradt aus Hannover, Ideengeber und Firmengründer des Iloux, im Kreis seiner preisgekrönten Design-PCs.

Die Lösung sieht nun so aus, dass mehrere Partnern im Großraum Hannover (einzig die Gummilippe für den DVD-Schlitz kommt aus dem Ausland) das Gehäuse-System aus Einzelteilen fertigen, und Iloux setzt es im eigenen Haus zusammen. Auch die Holzverkleidung wird intern aufgebracht, denn im Partnergeschäft wäre das zu teuer geworden. “Jetzt hält es auf Jahre”, so Sven Krummradt. Das Geheimnis: Ein Onkel, ehemaliger Tischer, hatte Tipps gegeben.

Die Netzschalter und Schnittstellen sind standardmäßig hinten angebracht. Auf Wunsch wandert der Aus/Ausknopf jedoch an die Seite. Eine definierte Handvoll Schnittstellen, etwa USB, können ebenfalls an der Vorderseite platziert werden. Welche Schnittstellen nach vorne oder an die Seite (oder sonstwohin) kommen, ist prinzipiell offen, jedoch fräst ein externe Partner von Iloux die Löcher in das Gehäuse, sodass Extrawünsche hier teuer werden.

Die Wandhalterung soll es bald nach der Cebit geben.

Die Wandhalterung soll es bald nach der Cebit geben.

Ansonsten ist die Konfigurationsmöglichkeit des Iloux funktional und vor allem ästhetisch nahezu unbegrenzt. Derzeit kann sich der Käufer zum Beispiel Gehäuse aus ein oder auch vier einzelnen Ringen zusammenstellen, in Planung sind auch mehr als vier Ringe. Als Material steht gebürstetes oder geschliffenes Aluminium zur Wahl, Edelmetall, Holz oder auch 24-karätiges Gold. “Wenn der Kunde will”, so Sven Krummradt, “bieten wir das Gehäuse auch in Platin.” Kurz nach der Cebit soll eine Wandhalterung verfügbar sein, auf dass das edle Teil im Wohnraum aufs beste zur Geltung kommt.

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